Frikadellen mit Kohlrabi und Kartoffeln: klassisches Mittagessen einfach gemacht

Lesedauer: 8 Min
Aktualisiert: 24. Juli 2026 02:57

Saftige Frikadellen, zarter Kohlrabi und goldene Kartoffeln ergeben ein unkompliziertes Mittagessen, das nach Hausmannskost schmeckt und trotzdem gut in den Alltag passt. Für vier Portionen brauchst du etwa 50 Minuten. Die Frikadellen werden in der Pfanne schön braun, während Kartoffeln und Kohlrabi in einer cremigen Soße gar ziehen.

Damit alles gleichzeitig auf dem Tisch steht, kochst du zuerst die Kartoffeln und bereitest parallel die Kohlrabi-Soße vor. Die Hackfleischmasse ruht kurz, bevor du die Frikadellen formst. So hält sie besser zusammen und lässt sich gleichmäßig braten.

Zutaten für vier Portionen

  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 1 altbackenes Brötchen oder 60 g Paniermehl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Ei, Größe M
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 2 EL neutrales Öl zum Braten
  • 800 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • 2 Kohlrabi
  • 30 g Butter
  • 30 g Mehl
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Milch
  • 1 Prise Muskat
  • 1/2 TL Salz für die Soße
  • 1 EL Zitronensaft

Kartoffeln und Kohlrabi vorbereiten

Schäle die Kartoffeln und schneide größere Exemplare in gleich große Stücke. Gib sie in einen Topf, bedecke sie mit kaltem Wasser und salze es leicht. Sobald das Wasser kocht, lässt du die Kartoffeln bei mittlerer Hitze etwa 18 bis 20 Minuten garen. Sie sind fertig, wenn ein Messer leicht hineingleitet, die Stücke aber nicht zerfallen.

Während die Kartoffeln auf dem Herd stehen, schälst du den Kohlrabi großzügig. Besonders die holzigen Außenstellen solltest du entfernen, damit die Stücke später zart werden. Schneide den Kohlrabi in etwa einen halben Zentimeter dicke Stifte oder kleine Würfel. Gleichmäßige Stücke garen zur selben Zeit und bleiben angenehm bissfest.

Frikadellenmasse würzen und formen

Weiche das Brötchen in etwas Wasser ein und drücke es anschließend gründlich aus. Bei Paniermehl entfällt dieser Schritt. Schäle die Zwiebel und würfle sie sehr fein. Wenn du einen milderen Geschmack möchtest, kannst du die Zwiebel in einem Teelöffel Öl zwei bis drei Minuten glasig dünsten und danach abkühlen lassen. Roh sorgt sie für mehr Würze und eine etwas kräftigere Textur.

Gib Hackfleisch, Brötchen oder Paniermehl, Zwiebel, Ei, Senf, Salz, Pfeffer, Majoran und Petersilie in eine Schüssel. Vermenge alles mit den Händen oder zwei Gabeln, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist. Knete nicht länger als nötig, sonst werden die Frikadellen eher fest als locker.

Teile die Masse in acht Portionen und forme daraus flache Frikadellen. Eine Dicke von ungefähr zwei Zentimetern ist praktisch: Die Außenseite wird braun, während das Innere gleichmäßig durchgart. Lege die Frikadellen auf einen Teller und lass sie fünf Minuten ruhen.

Frikadellen goldbraun braten

Erhitze das Öl in einer großen beschichteten Pfanne bei mittlerer bis hoher Temperatur. Die Frikadellen sollten nebeneinander Platz haben und sich nicht berühren. Brate sie zunächst drei bis vier Minuten auf der ersten Seite, bis eine kräftige, goldbraune Kruste entstanden ist. Wende sie vorsichtig und brate die zweite Seite ebenfalls an.

Regle die Hitze danach auf mittlere Stufe zurück und brate die Frikadellen weitere sechs bis acht Minuten. Wende sie dabei noch ein- oder zweimal. Das Innere muss vollständig durchgegart sein. Wenn du unsicher bist, schneide eine dickere Frikadelle an der breitesten Stelle auf: Das Hackfleisch darf innen nicht mehr rosa oder glasig sein.

Nimm die fertigen Frikadellen aus der Pfanne und decke sie locker mit einem Teller oder etwas Alufolie ab. So bleiben sie warm, ohne dass die Kruste durch eingeschlossenen Dampf zu weich wird.

Kohlrabi in cremiger Soße garen

Für die Soße schmilzt du die Butter in einem Topf. Gib den Kohlrabi hinein und dünste ihn unter Rühren etwa zwei Minuten an. Streue das Mehl darüber und rühre es eine Minute mit dem Gemüse und der Butter an. Die Mehlschwitze soll hell bleiben, denn eine dunkle Farbe würde den feinen Kohlrabigeschmack überdecken.

Gieße die Gemüsebrühe unter ständigem Rühren nach und nach an. Erst wenn die Flüssigkeit glatt ist, kommt die Milch dazu. Würze mit Salz und Muskat. Lass den Kohlrabi bei niedriger bis mittlerer Hitze etwa zehn bis zwölf Minuten ohne starkes Kochen garen. Die Soße dickt dabei an, während der Kohlrabi weich wird.

Prüfe nach zehn Minuten mit einer Gabel die Konsistenz. Die Kohlrabistücke sollten weich sein, aber noch leicht Widerstand bieten. Rühre zum Schluss den Zitronensaft ein. Er hebt die Süße des Gemüses hervor und verhindert, dass die Soße schwer wirkt. Ist sie zu dick, verdünnst du sie mit einem kleinen Schuss Milch oder Gemüsebrühe.

Alles zusammen servieren

Gieße die Kartoffeln ab und lass sie kurz ausdampfen. Dadurch bleibt die Oberfläche trocken und die Stücke verwässern nicht. Verteile Kartoffeln und Kohlrabi auf tiefen Tellern und lege jeweils zwei Frikadellen dazu. Etwas Petersilie über dem Gemüse bringt Farbe und passt geschmacklich gut zu der milden Soße.

Wenn die Frikadellen während der Zubereitung abgekühlt sind, kannst du sie für zwei bis drei Minuten in der warmen Kohlrabi-Soße ziehen lassen. Achte darauf, dass die Soße nicht mehr sprudelnd kocht, damit die Kruste möglichst erhalten bleibt.

Varianten für mehr Abwechslung

Für eine leichtere Soße ersetzt du einen Teil der Milch durch zusätzliche Gemüsebrühe. Sie wird dann weniger cremig, bleibt aber aromatisch. Ein Esslöffel Frischkäse kann am Ende für mehr Bindung sorgen. Rühre ihn bei ausgeschaltetem Herd ein und erhitze die Soße danach nur noch vorsichtig.

Wenn du die Frikadellen etwas würziger magst, passt eine kleine Knoblauchzehe oder ein halber Teelöffel Paprikapulver in die Hackfleischmasse. Für eine mildere, kinderfreundliche Version lässt du den Pfeffer weg und verwendest nur eine kleine Menge Senf.

Du kannst einen Teil des Hackfleischs durch fein geriebene Möhre ersetzen. Verwende dafür höchstens 100 g Möhre auf 500 g Hackfleisch und drücke sie vor dem Vermengen leicht aus. Sonst wird die Masse zu feucht und lässt sich schwer formen. Als fleischlose Alternative funktionieren fertige vegetarische Hackalternativen, sofern sie sich laut Packungsangabe zum Braten eignen. Ihre Garzeit kann abweichen.

Vorbereiten, aufbewahren und aufwärmen

Die Frikadellen lassen sich am Vortag braten und nach dem Abkühlen gut verschlossen im Kühlschrank lagern. Auch der Kohlrabi kann vorbereitet werden. Bewahre Gemüse, Soße und Frikadellen möglichst getrennt auf, weil die Kruste sonst weich wird. Gekühlte Reste solltest du innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen.

Zum Aufwärmen gibst du die Frikadellen bei mittlerer Hitze in eine Pfanne und lässt sie mit einem kleinen Schuss Wasser oder Brühe langsam heiß werden. Die Soße erwärmst du separat und rührst sie gelegentlich um. Kartoffeln kannst du direkt in der Soße erhitzen, wenn sie nicht zu weich sind. Alle Bestandteile sollten vollständig durchgehend heiß sein.

Darauf kommt es beim Gelingen an

  • Forme die Frikadellen nicht zu dick, damit sie innen sicher gar werden.
  • Brate sie erst heiß an und reduziere die Temperatur danach, damit die Kruste nicht verbrennt.
  • Schäle den Kohlrabi großzügig, weil die äußere Schicht zäh sein kann.
  • Rühre die Brühe langsam in die Mehlschwitze, damit die Soße glatt bleibt.
  • Gare die Kartoffeln nur bis zum Messer-Test und gieße sie sofort ab.
  • Würze die Soße am Ende mit Zitronensaft, wenn sie mild, aber nicht schwer schmecken soll.

Häufige Fragen zu Frikadellen mit Kohlrabi

Kann ich für die Frikadellen auch reines Rinderhackfleisch verwenden?

Ja, reines Rinderhackfleisch eignet sich gut, wird aber meist etwas magerer und dadurch weniger saftig als gemischtes Hackfleisch. Vermenge die Masse nur so lange, bis die Zutaten verbunden sind, und achte besonders darauf, die Frikadellen nicht zu lange zu braten.

Was kann ich statt Brötchen oder Paniermehl in der Hackfleischmasse verwenden?

Haferflocken oder fein zerdrückte gekochte Kartoffeln können als Bindung dienen. Verwende Haferflocken sparsam und lass die Masse anschließend einige Minuten quellen, damit sie nicht zu trocken wird.

Warum zerfallen meine Frikadellen beim Wenden?

Häufig ist die Masse zu feucht oder nicht ausreichend vermengt, sodass Ei und Bindemittel die Zutaten nicht zusammenhalten. Drücke die ausgedrückte Brötchenmasse gründlich aus, forme die Frikadellen kompakt und wende sie erst, wenn sich eine feste Kruste gebildet hat.

Wie verhindere ich, dass die Kohlrabi-Soße klumpig wird?

Rühre die Brühe portionsweise in die helle Mehlschwitze und warte jeweils, bis die Flüssigkeit glatt eingearbeitet ist. Wenn sich trotzdem Klümpchen bilden, kannst du die Soße durch ein Sieb streichen oder kurz mit dem Schneebesen kräftig aufschlagen.

Kann ich die Kartoffeln direkt in der Kohlrabi-Soße garen?

Das ist möglich, verändert aber die Zubereitung, weil Kartoffeln deutlich länger als Kohlrabi brauchen und viel Flüssigkeit aufnehmen. Gare sie zunächst fast weich und gib sie erst für die letzten Minuten zur Soße, damit diese nicht zu dick wird und das Gemüse gleichmäßig gart.

Wie kann ich die Frikadellen wieder knusprig aufwärmen?

Am besten erwärmst du sie in einer leicht geölten Pfanne bei mittlerer Hitze und wendest sie mehrmals. In der Soße werden sie zwar besonders saftig, verlieren dabei aber einen Teil ihrer Kruste.

Kann ich das Gericht portionsweise einfrieren?

Die Frikadellen lassen sich gut einfrieren und nach dem Auftauen in der Pfanne erwärmen. Kohlrabi in cremiger Soße und gekochte Kartoffeln können beim Einfrieren weicher werden, weshalb du für die beste Konsistenz möglichst nur die Frikadellen einfrierst und Gemüse sowie Soße frisch zubereitest.

Checkliste
  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 1 altbackenes Brötchen oder 60 g Paniermehl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Ei, Größe M
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 2 EL neutrales Öl zum Braten
  • 800 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • 2 Kohlrabi
  • 30 g Butter
  • 30 g Mehl
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Milch
  • 1 Prise Muskat
  • 1/2 TL Salz für die Soße
  • 1 EL Zitronensaft

Anna und Martin kochen gemeinsam
Anna & Martin
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Gerade an stressigen Tagen hilft es, wenn ein Rezept nicht zu viele parallele Schritte hat.

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